Neuroendokrine Tumoren des Gastrointestinaltraktes werden wie folgt klassifiziert:
Hochdifferenzierter endokriner Tumor (Karzinoid):
Epithelialer endokriner Tumor mit gering atypischen monomorphen Zellen, die in soliden Nestern, Trabekeln oder medullär wachsen und auf die Mukosa und Submukosa begrenzt sind. Eine Wachstumsfraktion von weniger als 2 %, der Nachweis von nicht mehr als 2 Mitosen pro 10 HPF und eine fehlende Angioinvasion zeigen ein benignes Verhalten an, anderenfalls haben die Tumoren ein Malignitätsrisiko.
Hochdifferenziertes endokrines Karzinom (malignes Karzinoid):
Epithelialer endokriner Tumor mit mäßig atypischen Zellen in Nestern, Trabekeln oder weniger gut begrenzten Gruppen. Tiefe Invasion bis mindestens in die Muscularis propria oder Metastasen in lokoregionären Lymphknoten oder der Leber. Diese Tumoren können einen mäßig erhöhten Mitoseindex (3 bis 9 Mitosen auf 10 HPF) oder einen erhöhten Proliferationsindex (2 bis 10% Ki67-positive Zellen) aufweisen.
Niedrig differenziertes endokrines Karzinom:
Epithelialer Tumor aus hochgradig atypischen klein- oder mittelgroßen Tumorzellen mit großen schlecht begrenzten Zellansammlungen und fokalen Nekrosen. Gewöhnlich stark erhöhte Mitoserate (mehr als 10 Mitosen auf 10 HPF) bzw. erhöhter Ki67-Proliferationsindex (mehr als 10% positive Zellen). Häufig positive p53-Immunreaktion sowie lokale und Fernmetastasen.


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Dr. A. Turzynski
Gemeinschaftspraxis
Pathologie
Lübeck